
Katalognummer: JUBALmusic 150401
Wolfgang Wedel stellt die 1915 von der Firma Sauer erbaute Orgel der Glaubenskirche Berlin-Tempelhof mit einem Programm vor, das ganz Bach und der kreativen Rezeption seiner Werke gewidmet ist. Im Zentrum stehen drei Werke Bachs, die Wedel während seiner langjährigen Tätigkeit als Organist der Berliner Jedermann-Festspiele im Berliner Dom als Schauspielmusik einsetzte: die Fantasie und Fuge in g-Moll (BWV 542), die Dorische Toccata (BWV 538) sowie Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564. Ergänzt werden sie durch Franz Liszts Präludium und Fuge über B-A-C-H und Max Regers gleichnamige Fantasie und Fuge – zwei Werke, die Bachs musikalisches Erbe auf unterschiedliche Weise weiterdenken. Die Einspielung erschließt die klanglichen Möglichkeiten der spätromantischen Sauer-Orgel und zeigt, wie Bachs Musik auch jenseits historischer Aufführungspraxis ihre Ausdruckskraft entfaltet.
1
Präludium und Fuge über B-A-C-H, S. 260: I. Präludium
Franz Liszt
Wolfgang Wedel
2
Präludium und Fuge über B-A-C-H, S. 260: II. Fuge
Franz Liszt
Wolfgang Wedel
3
Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542: I. Fantasie
Johann Sebastian Bach
Wolfgang Wedel
4
Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542: II. Fuge
Johann Sebastian Bach
Wolfgang Wedel
5
Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 538 „Dorisch“: I. Toccata
Johann Sebastian Bach
Wolfgang Wedel
6
Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur, BWV 564: I. Toccata
Johann Sebastian Bach
Wolfgang Wedel
7
Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur, BWV 564: II. Adagio
Johann Sebastian Bach
Wolfgang Wedel
8
Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur, BWV 564: III. Fuge
Johann Sebastian Bach
Wolfgang Wedel
9
Fantasie und Fuge über B-A-C-H, op. 46: I. Fantasie
Max Reger
Wolfgang Wedel
10
Fantasie und Fuge über B-A-C-H, op. 46: II. Fuge
Max Reger
Wolfgang Wedel
Wolfgang Wedel begann seine musikalische Laufbahn bereits im Alter von zehn Jahren im Windsbacher Knabenchor. 1969 kam er nach Berlin, um an der Hochschule der Künste Kirchenmusik zu studieren. Zu seinen Lehrern gehörten Peter Wackwitz, Friedrich Metzler und Hans Hilsdorf.
Von 1972–1979 war er als Kirchenmusiker in Gatow tätig. 1979 wechselte er in die Gemeinde Alt-Tempelhof. Seitdem spielt er im Jahr mindestens fünf Orgelkonzerte in seiner Kirche. Sonntag für Sonntag bekommt die Gottesdienstgemeinde große und kleine Orgelliteratur zu hören. Mit seinem Chor, der Kantorei Alt-Tempelhof, singt er Oratorien und a-cappella-Werke von der Renaissance bis zu unserer Zeit.
1996 wurde er für seine kirchenmusikalischen Verdienste von der Kirchenleitung der Ev. Kirche in Berlin-Brandenburg mit dem Titel Kirchenmusikdirektor ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Chorleiter ist er ein gefragter Organist. Konzerte führten ihn durch ganz Europa. Von 1997 bis Ende 2014 war er Organist der Berliner Jedermann-Festspiele.
Er war der Cembalist des Berliner Barock-Orchesters unter Konrad Latte. An der Deutschen Oper Berlin und der Semperoper in Dresden wurde er als Solist des Orgelkonzerts von Francis Poulenc engagiert. Als Pianist ist er als Liedbegleiter hervorgetreten. Zehn Jahre begleitete er René Kollo bei dessen Deutschland-Tourneen an der Orgel.
Von 1972–1999 war er Assistent von Hans Hilsdorf (1930–1999), dem Direktor der Sing-Akademie zu Berlin. Dabei war er verantwortlich für die Einstudierung der Oratorien und a-cappella-Werke und spielte den Orgelpart bei den Oratorien-Aufführungen. In dieser Zeit dirigierte er Aufführungen des Weihnachtsoratoriums und der Matthäus-Passion von J. S. Bach und des Requiems von Mozart in der Berliner Philharmonie.
Seine besondere Liebe gilt der romantischen Orgelmusik, die er auf der Sauer-Orgel in seiner Tempelhofer Glaubenskirche zu Gehör bringt.