
Katalognummer: JUBALmusic 080301
Wolfgang Sieber an der Orgel und Uwe Steinmetz an Saxophon und Flöte gestalten sieben Improvisationen über christliche Hymnen aus rund 1000 Jahren Musikgeschichte. Melodien wie „Christ ist erstanden“, „Maria durch ein Dornwald ging“ und „In dir ist Freude“ bilden den Ausgangspunkt für einen musikalischen Dialog zwischen den Instrumenten, der geistliche Traditionen mit Jazz-inspirierten Klängen und neuen Klangfarben verbindet. Die dramaturgische Anlage folgt der Form des siebenteiligen Stundengebets und spiegelt so den Tagesablauf des klösterlichen Lebens wider. Meditative Passagen, überraschende Klangexperimente und persönliche Deutungen der zugrunde liegenden Hymnen machen die Aufnahme zu einer musikalischen Annäherung an Gebet, Stille und Spiritualität.
1
Kontemplation I
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
2
Vigil: Ewigkeit
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
3
Laudes: Verwandlung
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
4
Terz: Lebensfreude
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
5
Sext: Hoffnung
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
6
Non: Tod und Geburt
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
7
Vesper: Innerlichkeit
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
8
Komplet: Vergänglichkeit
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
9
Kontemplation II
Improvisation
Wolfgang Sieber, Uwe Steinmetz
Dr. phil. Uwe Steinmetz ist seit 2000 als Jazzmusiker und Musikwissenschaftler mit einem Fokus auf die internationale sakrale Gegenwartsmusik in christlicher Tradition tätig. Seit Herbst 2024 arbeitet er hauptamtlich als Dekanatskirchenmusiker für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.
Steinmetz begann seine musikalische Laufbahn während der Schulzeit mit ersten Studioaufnahmen (u. a. Arabella Kiesbauer) und Konzertreisen mit dem Landesjugendjazzorchester NDS sowie dem Bundesjazzorchester unter Peter Herbolzheimer. Von 1996 bis 2002 studierte er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des DAAD Saxophon, Komposition und Musiktheorie in Berlin, Bern, Madras und Boston.
Prägende frühe Erfahrungen im Jazzbereich waren Meisterkurse mit dem Art Ensemble of Chicago, David Liebman, Michael Becker, John Surman und John Ruocco. Zu seinen wichtigsten Lehrern zählten Lako Awraam, Gebhard Ullmann, Frank Sikora, Jerry Bergonzi, Ben Schwendener und George Russell. Einflussreiche Impulse zu eigenständigen Theoriebildungen im Bereich der Musiktheologie entstanden durch die Zusammenarbeit mit Jeremy Begbie (Cambridge, UK/Duke University, USA), Carol Harrison (Oxford, UK) den katholischen Komponisten James MacMillan (UK) und Peter Bannister (FR) sowie dem Kunstforum der anglikanischen Kirche im Schloss Windsor.
Konzertreisen als Saxophonist und Dozent führten ihn bisher auf fünf Kontinente und in über 30 Länder. Uwe erhielt nationale und internationale Auszeichnungen für seine künstlerische Arbeit und veröffentlichte als Solist bislang sechzehn CDs unter eigenem Namen. Auftragskompositionen erfolgten u. a. für das britische Fitzwilliam String Quartet, die drei seiner Werke uraufführten, der NDR Big Band, dem zweifachen Grammy Gewinner Mads Tolling (Violine) und für eigene Ensembles mit u.a. Carlos Bica, Anders Jormin, Arne Jansen, Eric Schaefer und Eva Kruse. Seine solistischen CD Veröffentlichungen wurden mehrmals für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert.
Uwe wirkte neben seiner freiberuflichen Arbeit von 2008–2020 als Dozent für Saxophon, Komposition und Jazz- und Popmusikgeschichte an der Musikhochschule Rostock und engagiert sich über das von ihm mit begründete Netzwerke Renewal Arts und BlueChurch für die Verknüpfung von Jazz mit gesellschaftlichen und spirituellen Themen.
Im Fokus seiner künstlerischen Arbeit stand in den zurückliegenden 15 Jahren besonders die internationale sakrale Gegenwartsmusik in christlicher Tradition; zunächst in großer stilistischer Weite durch konzertante Aufführungen, und, als Folge daraus auch in gottesdienstlicher Praxis und liturgischer Lehre. Konzerte, Gottesdienste und CD-Produktionen führten zur Zusammenarbeit mit den Organisten Wolfgang Sieber, Torsten Laux und Daniel Stickan, Ensembles wie dem Athesinus Consort Berlin, Eric Ericsons Kammerkor aus Stockholm, Bath Camerata (UK) und den Liedermachern Gerhard Schöne, David Plüss und Clemens Bittlinger. Für die Welttreffen des Lutherischen Weltbunds leitete er internationale Ensembles in Namibia 2017 und Polen 2023.
Seit 2009 initiierte und gestaltete er zudem rund 500 dialogische Andachtsformen mit religiöser Gegenwartsmusik und Reflexionen über biblische Texte sowie Radio, Fernseh- und Kirchentags-Gottesdienste. Steinmetz erhielt von 2015 bis 2023 eine Mitarbeiterstelle für „Musik im Gottesdienst“ am Liturgiewissenschaftlichen Institut bei der Universität Leipzig, um über religiöse Inspiration und christliche Identitäten in der Popmusik und der Neuen Musik zu forschen. Er ist Mitarbeiter in der deutschen evangelischen Gesangbuchkommission und der liturgischen Konferenz. 2021 wurde ihm von der Universität Göteborg der Doktortitel für seine Dissertation über die musikalische Sprache des religiös inspirierten Jazz verliehen, in der er seine Liebe zum Jazz mit der christlichen sakralen Musiktradition verbinden konnte. Neben akademischen Veröffentlichungen mit dem Forschungsschwerpunkt religiös inspirierter Jazz erschien im November 2023 sein Essay Jazz und Spiritualität im Claudius Verlag München. Zum 500-jährigen evangelischen Gesangbuchjubiläum 2024 erschien in seiner Herausgeberschaft das Global Songbook 2024 mit neuen Liedern aus allen Regionen des internationalen Luthertums im Auftrag des Lutherischen Weltbunds.
Organist aus Luzern, Komponist, Improvisator und Pädagoge, im Toggenburg geboren, wirkt als dynamischer Grenzgänger und publikumsnaher Charismatiker mit der Orgel.
Nach seiner Ära als Stifts- und Hoforganist zu St. Leodegar Luzern (1992–2021) setzt Wolfgang Sieber unter dem Motto ORGEL ÜBERALL | ORGAN ALL OVER seine künstlerische und unternehmerische Tätigkeit fort. 2026 folgt er Einladungen nach Zürich, Bern, Basel, Mainz, ins Toggenburg sowie ins KKL. Die Wiederaufnahme des Erfolgsprojektes „Orgel trifft Akkordeon“ fand an der Stubete am See in Zürichs Tonhalle statt und das Revival Dorothea wird im November im Berner Münster aufgeführt. Im August 2027 wird Wolfgang Sieber - vom neuen Einsiedlerstiftsorganisten Benjamin Guélat, eingeladen - anlässlich seines Solokonzertes u. a. die Toccata Tripartita von P. Daniel Meier über das Einsiedler-Salve-Regina spielen. Weitere Projekte mit den Partnerinnen Yvonne Fend, Arlette Wismer, Andrea Ulrich, dem Dirigenten Ernst Hüberli, erstmals mit Kirchenorgel zu Trachtentänzen, werden teils als Uraufführungen im folgenden Jahr 2027 zur Realisierung kommen.
Sieber pflegt ein weites Netzwerk. So finden sich Partner unterschiedlichster Couleur aus der Neuen Musik, Kleinkunst, Volksmusik und dem Tanz, in gesellschaftlichen, religiösen, ethnischen Bereichen. Wolfgang Sieber vermittelt begeisternd und mit feinem Humor. So realisiert er jedes Jahr Kurse für Orgelmusik in Literatur und Praxis mit Augsburger Organisten im In- und Ausland. Im Kloster Disentis wird er regelmäßig als Offiziumsorganist eingeladen und wirkte anlässlich der Uraufführung und CD-Einspielung der ersten schweizerdeutschen „Totämäss“ mit.
Wolfgang Siebers Kompositionen und Bearbeitungen für Orgel solo/vierhändig, Streichorchester, Trompete, Oboe, Horn und Instrumente der Schweizer Alpen sind als Audio, Video und Printausgabe publiziert. Das Konzertstück Saltarelli für Orgel und Blasorchester, ein Kompositionsauftrag des Blasorchesters Stadtmusik Saltina Brig, wird am 8. Dezember 2026 in der Pfarrkirche Brig zur Uraufführung gelangen. In den Bereichen der klassischen, symphonischen und überlieferten Musik sowie im Jazz und der Kleinkunst entstanden an die 100 Video- und CD-Produktionen, welche im Web dokumentiert sind.
Sieber schuf gefächerte Musikformate zu Lebensthemen - liturgisch wie konzertant - in der Luzerner Hofkirche entwickelte sich für Jahrzehnte ein lebendiger Begegnungsraum mit Orgelbegeisterten, vor allem aber vielseitig interessierten Musikfans, welche sommerliche Gewitterkonzerte, individuell gestaltete Privatkonzerte, Meisterkurse und charakteristische Feiern des Kirchenjahres besuchten. Dank privater Initiative konnte 2015 die Erweiterung zur Großen Hoforgel mit dem Echowerk realisiert werden, dem Unikat für ein Surround-Klangerlebnis. Heute präsentieren Künstler aus aller Welt ihre, an der Großen Hoforgel eingespielte Musik auf YouTube und Tonträgern.
Seine Ausbildung in Klavier, Orgel, Kirchenmusik und Pädagogik verdankt Wolfgang Sieber nebst seinen Eltern weiteren Lehrpersönlichkeiten in Zürich, Bern, Luzern, St. Gallen und Einsiedeln sowie Prag, München und Paris.