
Katalognummer: JUBALmusic 101201
Die Walcker-Orgel der Martin-Luther-Gedächtniskirche wurde im September 1935 erstmals öffentlich gespielt, und zwar beim Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg, auf dem die Rassengesetze erlassen wurden. Heiko Holtmeier setzt der düsteren Geschichte des Instruments ein Programm entgegen, das sich der französischen Orgelromantik (Vierne, Messiaen) sowie Sigfrid Karg-Elert widmet, dessen Musik unter den Nationalsozialisten weitgehend verdrängt wurde. Dabei zeigt sich eindrucksvoll, dass die Stärken dieser „Universalorgel“ ironischerweise gerade im französischen Repertoire, in der symphonisch orientierten Romantik und in der Moderne besonders zur Geltung kommen.
1
Choralimprovisationen für Orgel, op. 65: 59. Nun danket alle Gott
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
2
Choralimprovisationen für Orgel, op. 65: 64. Wie schön leuchtet der Morgenstern
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
3
Pièce d'orgue, BWV 572
Johann Sebastian Bach
Heiko Holtmeier
4
Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur, BWV 1068: II. Air (Orgelbearbeitung: Sigfrid Karg-Elert)
Johann Sebastian Bach
Heiko Holtmeier
5
Choralimprovisationen für Orgel, op. 65: 58. Lobe den Herren, den mächtigen König
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
6
Choralimprovisationen für Orgel, op. 65: 47. Ein' feste Burg ist unser Gott
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
7
Symphonischer Choral „Jesu, meine Freude“, op. 87 Nr. 2: I. Introduzione (Inferno)
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
8
Symphonischer Choral „Jesu, meine Freude“, op. 87 Nr. 2: II. Canzone
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
9
Symphonischer Choral „Jesu, meine Freude“, op. 87 Nr. 2: III. Fuga con Corale
Sigfrid Karg-Elert
Heiko Holtmeier
10
Pièces de fantaisie, Suite No. 3, op. 54: 2. Impromptu
Louis Vierne
Heiko Holtmeier
11
Pièces de fantaisie, Suite No. 2, op. 53: 5. Clair de lune
Louis Vierne
Heiko Holtmeier
12
Pièces de fantaisie, Suite No. 2, op. 53: 6. Toccata
Louis Vierne
Heiko Holtmeier
13
La Nativité du Seigneur: IX. Dieu parmi nous
Olivier Messiaen
Heiko Holtmeier
Heiko Holtmeier wurde 1969 in Lingen (Ems) geboren und erhielt hier seinen ersten Klavier- und Orgelunterricht. Im Alter von 15 Jahren setzte er seine Klavierausbildung in Hannover bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling fort, bei dem er später auch sein Klavierstudium in Salzburg am Mozarteum aufnahm.
Ein Studium der Kirchenmusik mit Hauptfach Orgel in Berlin schloss sich an. Zunächst an der Erzbischöflichen Kirchenmusikschule mit Lothar Knappe als Orgeldozent für die B-Prüfung.
Das Examen für Kirchenmusik A erfolgte dann an der Berliner Universität der Künste (UdK). Hier erhielt er wertvolle Anregungen vor allem durch Prof. Uwe Gronostay (Chorleitung) sowie Prof. Leo van Doeselaar (Orgel), bei dem er später auch noch das Konzertexamen ablegte.
Unter der künstlerischen Anleitung von Frau Prof. Mitzi Meyerson beschloss er seine Studien mit dem Solistendiplom im Fach Cembalo und historische Tasteninstrumente.
Heiko Holtmeier konzertiert seit mehreren Jahren im In- und Ausland als Organist, Cembalist und Pianist. Neben solistischen Aufgaben
nimmt dabei die Kammermusik und das Spiel mit Orchester einen wichtigen Platz ein. So konzertierte er mehrfach als Solist im Berliner
Konzerthaus und in der Philharmonie mit bedeutenden Dirigenten wie Sir Georg Solti und Jörg-Peter Weigle.
Er bekleidet das Amt des Kirchenmusikers an der Dominikanerkloster-Kirche St. Paulus in Berlin-Moabit. Schon in seiner Ju-
gend erhielt er mehrere Preise in Wettbewerben, darunter erste Preise auf Bundesebene im Wettbewerb Jugend musiziert, einen ersten
Preis beim Klavierwettbewerb Grotrian-Steinweg in Braunschweig sowie den Emsländischen Kulturpreis.
Mehrere CD-Einspielungen in den letzten Jahren runden sein künstlerisches Profil ab. Eine Einspielung mit Klaviermusik der Geschwi-
ster Mendelssohn wurde 2009 vom Berliner Tagesspiegel als eine der besten Aufnahmen des Jahres deklariert.
Im Herbst 2010 wurden zwei Orgel-CD-Einspielungen beim Label JUBALmusic möglich. Zum einen Musik aus der Barockzeit sowie der deutschen und französischen Romantik und Spätromantik, eingespielt auf der 3-manualigen Oberlinger-Orgel (1975) in St. Paulus, zum anderen Orgelmusik aus Barock und Spätromantik zum 75-jährigen Jubiläum der Walcker-Orgel (4 Manuale/Pedal, 1935) in der Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin-Mariendorf.